Das längste elektrische Unterwasserkabel der Welt zur Verbindung von Island und Europa

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Islands immense vulkanische und geothermische Ressourcen wurden der Welt gezeigt, als der Vulkan Eyjafjallajökull 2010 gewaltsam ausbrach und Flughäfen in ganz Europa stilllegte. Nun will der Inselstaat das längste Unterwasserkabel der Welt bauen, um einen Teil dieser geothermischen Energie nach Angaben von Physorg.com an den Rest der Welt zu verkaufen.

"Dieses Projekt startete letztes Jahr und die aktuelle Forschungsphase sollte Ende des Jahres abgeschlossen sein," sagte Ragna Sara Jonsdottir, eine Sprecherin von Landsvirkjun, Islands größtem Elektrizitätsunternehmen.

Die Energieinfrastruktur Islands ist eine der saubersten der Welt und kann ihren Strom zu 100 Prozent aus einheimischen erneuerbaren Energiequellen wie Wasser und Geothermie erzeugen. Da der Inselstaat vom europäischen Festland durch tausende Kilometer offenen Ozeans getrennt ist, war es bisher unmöglich, diese sauberen Energieressourcen gemeinsam zu nutzen.

Der Bau eines riesigen Kabels, das Island mit Europa verbindet, würde all das ändern, aber ein solches Projekt wäre auch eine monumentale Ingenieursleistung. Je nach Zielland müsste das Kabel zwischen 1.200 und 1.900 Kilometer lang sein "Das längste Unterwasserkabel der Welt."

"Unter anderem wird das Zielland untersucht. Mögliche Länder sind Großbritannien, Norwegen, Holland und Deutschland," Sagte Jonsdottir.

Mit dem vorgeschlagenen Kabel könnten jährlich rund fünf Terawattstunden (oder fünf Milliarden Kilowattstunden) exportiert werden, was für die Stromversorgung von rund 1,25 Millionen europäischen Haushalten ausreicht. Für Island, das von der globalen Finanzkrise schwer getroffen wurde, werden jährlich rund 250 und 320 Millionen Euro exportiert. Das Projekt wäre sicherlich ein Segen für Landsvirkjun, da das staatliche Elektrizitätsunternehmen rund 75 Prozent des gesamten Stroms in Island produziert.

Die geothermischen Ressourcen Islands sind so gewaltig, dass das Land beabsichtigt, bis 2050 vollständig energieunabhängig zu sein. Abgesehen von einem geringen Prozentsatz an Strom, der aus Erdgas stammt, und einer Transportindustrie, die immer noch stark auf ausländisches Öl angewiesen ist, ist Island bereits auf gutem Weg auf das Erreichen dieses Ziels.

Vielleicht trägt das längste Unterwasserkabel der Welt dazu bei, die Vorteile erneuerbarer Energien auch für das restliche Europa zu fördern.

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