Krähen jagen mit Spiegeln nach Nahrung

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Krähen sind dafür bekannt, dass sie geschickt im Umgang mit Werkzeugen sind. Jetzt haben Wissenschaftler der University of Auckland, Neuseeland, bewiesen, dass sie laut BBC auch einem exklusiven Club intelligenter Kreaturen angehören können, die Informationen von Spiegeln und Reflexionen verarbeiten können.

Die Liste der Kreaturen, von denen derzeit bekannt ist, dass sie Spiegelinformationen verarbeiten, liest sich wie ein Lexikoneintrag zur tierischen Intelligenz: Menschen, Menschenaffen, Delfine, Affen, Elefanten und Graupapageien. Krähen schließen sich einer Elite-Gruppe an.

Die Studie wurde an 10 wild gefangenen neukaledonischen Krähen durchgeführt, die in großen, verspiegelten Käfigen untergebracht waren. Die Spiegel waren so angebracht, dass sie die Position von versteckten Fleischwürfeln widerspiegelten, die sonst nicht sichtbar waren. Erstaunlicherweise schienen alle 10 Vögel leicht durch das verspiegelte Funhouse zu navigieren und das Fleisch schnell zu finden.

"Wir waren überrascht, wie schnell die Krähen lernten, mithilfe eines Spiegelreflexes verstecktes Futter zu lokalisieren," sagte Felipe S. Medina Rodriguez, leitender Forscher der Studie. "Normalerweise dauert es länger, bis ein Tier die Eigenschaften von Spiegeln nutzt, um Zugang zu ansonsten nicht sichtbaren Objekten zu erhalten."

Die Forscher konnten die Möglichkeit ausschließen, dass die Krähen eine andere Methode zur Lokalisierung des Fleisches verwendeten – beispielsweise ihren Geruchssinn -, indem sie die Spiegel umdrehten und so die Reflexion beseitigten. Als die Spiegel umgedreht wurden, konnten die Krähen das Futter nicht finden.

Dass Krähen die Spiegel schnell nutzen konnten, ist besonders beeindruckend, da es sich um Wildvögel handelte. Bisher wurden derartige Studien an Tieren durchgeführt, die einige Zeit in Gefangenschaft gehalten wurden, so dass die Möglichkeit offen blieb, dass sie die Fertigkeit erst nach intensiver Interaktion mit dem Menschen erlernten. Diese Studie zeigt, dass diese Krähen wahrscheinlich ihre Fähigkeiten zum Spiegeln in freier Wildbahn entwickelt haben.

"Unsere Studie hat nun ergeben, dass wild gefangene neukaledonische Krähen Spiegelinformationen auf eine Art von Primaten verarbeiten können und dass sich diese Fähigkeit ohne umfangreiche Spiegelbelichtung sehr schnell entwickelt," Bemerkte Rodriguez.

Die Krähen zeigten große geistige Geschicklichkeit beim Navigieren in ihren gespiegelten Käfigen, aber die Forscher stellten fest, dass sie einen weiteren wichtigen Spiegeltest nicht bestanden hatten: den Spiegelerkennungstest. Keiner der 10 Vögel schien ihr Spiegelbild als ihr eigenes zu identifizieren. Alle Krähen reagierten darauf, als würden sie auf eine andere Krähe treffen, hoben oft den Schwanz oder griffen das Spiegelbild an. Einige von ihnen schauten sogar um die Ecke des Spiegels und hofften, einen Blick auf sie zu erhaschen "konkurrieren."

Trotzdem ist der Einsatz von Krähenspiegeln beeindruckend, und die Entwicklung dieser Fähigkeit in freier Wildbahn zeigt eine natürliche Disposition für diese Aufgabe.

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